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Auch in Mexiko gibt es natürlich relativ fixes Internet, so dass ich mir „Hart aber Fair“ über WebTV angucken konnte.

(Irgendwie merke ich immer wieder, dass meine Berichterstattung nicht besonders aktuell ist. Das liegt zunächst mal an der Zeitverschiebung aber in diesem Fall auch daran, dass das WebTV erst nach der Ausstrahlung im TV läuft. Andererseits ist das aber auch ziemlich egal, da ich ja hier nicht KNA 2.0 spielen will, sondern meine Gedanken über das Geschehene und Gesehene darstellen möchte.)

Insgesamt fand ich die Diskussion recht langweilig, weil sehr vorhersehbar.

Was mich am meisten gestört hat, war auf jeden Fall diese scheinheilige Selbstrechtfertigung von Heiner Geißler und Bascha Mika. Beide haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie vom Zölibat nichts verstanden haben und sich selber absolut nicht in der Lage sähen, diesen zu leben. Beiden war es aber unmöglich zuzugeben, dass ein katholischer Priester etwas kann, was solch aufgeklärten Menschen nicht möglich ist. Damit würde man ja schließlich auch sein gesamtes Weltbild in Frage stellen. Nein, schuld war natürlich der Zölibat, der böse und menschenverachtend ist und deshalb klein und madig geredet werden musste.

Und genau diese unbelehrbar dumpf-spießige Affektiertheit von Herrn Geißler und Frau Mika war es dann, die das Fass bei Andreas Englisch zum Überlaufen brachte. Herrlich wie der abgegangen ist und völlig korrekt was er das sagte! Mein Respekt Herr Englisch! Das war mal ein Beispiel für „Heiligen Zorn“! Sie haben eindrucksvoll geschildert wozu Menschen in der Lage sind, die den Zölibat leben und auch verstanden haben was er ist: Ganzhingabe!

Aber nun etwas zu den „Argumenten“ gegen den Zölibat:

Herr Geißler, wenn Sie einsehen mussten, dass SIE den Zölibat nicht leben können, dann lassen sie bitte andere Menschen mit ihren fadenscheinigen Entschuldigungen und Rechtfertigungen dafür in Ruhe. Sagen Sie einfach ein ehrliches „Ich kann es nicht“ und gut is. Meinen Respekt wäre Ihnen dann sicher. Ein gelingender Zölibat ist genau so eine Gnade wie eine gelingende Ehe und wenn Sie nicht mehr mit göttlicher Gnade rechnen, dann sollten Sie sich mal fragen, was Sie eigentlich in der KIRCHE erwarten? Glauben Sie, dass Kirche eine netter Sozialverein ist, der sich am besten dem Zeitgeist anpasst, weil es dann ja viel bequemer ist?

Menschlich gesehen sind sowohl Zölibat wie auch lebenslange Ehe unmöglich und nicht lebbar, da gebe ich Ihnen recht. Aber wir vertrauen darauf, dass Gott uns dabei hilft. Wir müssen das nicht alleine schaffen. Natürlich gibt es gescheiterte Zölibatäre und auch gescheiterte Ehen, aber ist das ein Argument?

Es stimmt, ein Drittel aller Ehen wird geschieden, aber das heisst auch, dass zwei Drittel aller Ehen halten! Das ist Gnade! Und beim Zölibat ist es ähnlich, natürlich gibt es auch Leute die das nicht schaffen, aber es gibt so viel mehr, die es schaffen und für die der Zölibat in letzter Konsequenz nicht ein Hindernis sondern ein Weg zu Gott und zu den Menschen ist.

Es wäre nett, wenn Sie das mal anerkennen könnten. Und was soll bitte das Argument dass der Zölibat ja das richtige für Ordensleute wäre aber nicht für Weltpriester? Auch ein Weltpriester ist nicht einfach ein Gemeindevorsteher oder Prediger. Auch ein Weltpriester ist aufgefordert zur Ganzhingabe. Und wenn es schon beim Zölibat hapert, wie soll es dann in anderen Bereichen klappen? Wir brauchen keine 1000 Priester die 50% dabei sind sondern dann lieber 10 Priester, die 120% dabei sind. Es gibt kein Recht auf die Priesterweihe, sondern auch diese ist immer Gnade.

Herr Geißler ich glaube ihr Hauptproblem mit der Kirche und dem Zölibat ist, dass sie nicht mehr mit göttlicher Gnade rechnen, sondern glauben, dass alles „menschlich machbar“ sein muss.  Gnade ist ein Geschenk, dem man sich auch verweigern kann. Warum lassen nicht auch Sie sich beschenken, Herr Geißler?

Frau Mika, glauben Sie an Gott? Ich bin mir nicht sicher und möchte mir kein Urteil darüber erlauben. Wenn Sie aber an Gott glauben, warum können Sie nicht akzeptieren, dass es Menschen gibt, die mit Gottes Hilfe sexuell enthaltsam leben können? Passt das nicht in Ihr Gottesbild? Dann seien Sie bitte tolerant genug, die Gottesvorstellungen anderer Menschen so stehen zu lassen.

Wenn Sie nicht an Gott glauben, wie können Sie dann erntshaft meinen verstehen zu können, was Menschen bewegt, die in ihrem Leben ganz auf Gott setzen? Glauben Sie erntshaft, Sie könnten das? Das ist ignorant. Dann seien Sie doch bitte ehrlich und sagen, dass sie das ganze für Unfug halten, WEIL Sie nicht an Gott glauben. Denn das ist dann Ihr wirkliches Argument und nicht die ganzen Punkte die sie sonst so vorschieben.

Es wurde auch relativ klar, dass sie immer noch der veralteten Sexualmoral anhängen, dass ein völliges Ausleben der sexuellen Triebe Freiheit bedeute. Gilt das auch für den Aggressionstrieb? Wenn nicht, warum nicht? Gibt es denn „gute“ und „böse“ Triebe? Und wenn ja woher wissen Sie eigentlich was gut und böse ist? Es hat sich in den letzten 30- 40 Jahren wohl gezeigt wie „frei“ man wird, wenn man sich zum Sklaven seiner Triebe macht.

Für den Fall, dass sie wirklich so aufgeklärt sein wollen, wie Sie tun, dann beschäftigen Sie sich bitte mal mit der ‘Theologie des Leibes’ (wie Ihnen auch Sarah das schon nahe gelegt hat). Dann können wir über Ihre Vorstellung von Sexualität reden. Wenn Sie sich nicht damit beschäftigen wollen, dann müssen Sie sich wohl als unaufgeklärt bezeichnen lassen, denn dann ist Ihre Unmündigkeit in Fragen der modernen menschlichen Sexualität selbstverschuldet, womit sie nach Kant unaufgeklärt wären.

Herr Geißler und Frau Mika, tun Sie uns Ihnen den Gefallen und denken Sie mal scharf und selbstkritisch darüber nach WARUM sie so gegen den Zölibat sind. Sind es wirklich die Gründe die Sie immer vorschieben? Oder liegt es viel mehr daran, dass Sie, Herr Geißler, nicht mehr an göttliche Gnade glauben und Sie, Frau Mika wohlmöglich gar nicht an Gott? Dann seien Sie aber auch bitte so ehrlich und legen die Karten auf den Tisch und hören mit diesem Rumgetänzel auf.

Anmerkung:

Falls ich mich in der Analyse Ihrer Motive geirrt haben sollte, so bitte ich Sie um Entschuldigung. In diesem Fall lade ich Sie beide ein, mal Ihre Argumente mit stichhaltigen Begründungen auf den Tisch zu legen und bitte Sie, für zukünftige Diskussion auf ignorant-ideologiches Gerede (Herr Geißler) und pseudo-aufgeklärt, selektiv-tolerantes Gehabe (Frau Mika) zu verzichten.

Wie auf www.katholisch.de nachzulesen ist, stellt Erzbischof Zollitsch unserer Frau Justizministerin ein Ultimatum, um ihre unsachgemäβen, falschen und polemisierenden Aussagen zurückzunehmen. Dabei bezieht er sich auf das Tagesthemen-Interview, über das auch schon Stanislaus berichtet hat.

Herr Erzbischof, auch wenn, oder gerade weil, ich viele ihrer Aussagen manchmal als zu weichgespült und profillos empfunden habe, danke ich Ihnen für diese klaren Worte!

[Update: auch Elsa hat schon darüber berichtet, wie ich grad sehe. Hast du noch'n paar Tröten und Pfeifen für mich, Elsa? "Da simme dabei, dat is pri-hi-maa, Vivaa-ha DBK..." Wenn das so weiter geht, dann wird die Frühjahrsvollversammlung der deustchen Bischöfe in 10 Jahren noch genau son Ding wie die Weltjugendtage. Das wär doch mal was ;-) ]

Neues vom Linzer Weg

Was viele schon vermutet haben, lässt sich jetzt zweifelsfrei nachweisen: der Linzer Weg ist eine Sackgasse!

;-)

Liebe (I)

Ich denke schon seit einiger Zeit, mal mehr und mal weniger intensiv, über das Thema „Liebe“ nach.

Oh ja, das ein großes Thema und ein großes Wort. Es gibt wohl kein Wort was derartig missbraucht wurde und was so viele verschiedene Bedeutungen bekommen hat.

Ein Wort, das man immer wieder neu freischaufeln, reinigen und polieren muss um seinen wahren Sinn zu verstehen – und dann auch leben zu können. Und leben sollen wir es, denn die Liebe ist wohl der einzige Weg zur Heiligkeit und damit zu Gott. Ein Weg zu Gott ohne Liebe gibt es nicht.

Ich habe mir gedacht, dass die Fastenzeit ja eine gute Gelegenheit ist, sich mal etwas intensiver mit dem Thema Liebe zu beschäftigen. So werde ich euch wohl von Zeit zu Zeit an meinen mehr oder weniger relevanten geistigen Ergüssen zum Thema Liebe teilhaben lassen.

Beim Nachdenken über die Liebe fallen mir immer wieder Lieder ein, die irgendwie das Thema Liebe behandeln. Auch wenn in 99% der Lieder sicherlich nicht die christliche Liebe gemeint ist, kann man doch oft sehr viel Inspirationen daraus ziehen.

Als erstes fiel mir das bei dem Lied „Life is wonderful“ von Jason Mraz ein. In einer Strophe singt er:

„It takes no time to fall in love, but it takes you years to know what love is…“

Ich finde das sehr schön ausgedrückt: Wie schnell ist das Strohfeuer der Liebe entfacht, egal ob es um die Liebe zu Gott oder zu einem Menschen geht. Aber mit einem Strohfeuer zündet man keine Eichenholzscheite an. Die brauchen mehr Hitze und Glut für längere Zeit, um beim Bild zu bleiben.

Schnell ist man mit Begeisterung dabei, zum Beispiel beim Glauben, besonders wenn man ein tiefes Bekehrungs- oder Glaubenserlebnis hatte, aber schon bei der ersten kleinen Alltagswoge ist das Strohfeuer wieder erloschen. Diese Art von Liebe zu Gott ist schön, aber es braucht auch eine andere Art um durch trockene Zeiten und Glaubenskrisen zu kommen.

Oder wie schnell redet man von „Liebe auf den ersten Blick“ und ist überwältigt von den Gefühlen. Aber das ist sicherlich nicht die Art von Liebe, so fern man hier überhaupt von Liebe sprechen will, die eine Ehe durch ein ganzes Leben zu tragen vermag.

Diese andere Art der Liebe zu Gott und zu einem Menschen oder zum Nächsten muss man lernen, kann man lernen und wird man lernen, wenn man sich mit Gott auf den Weg macht.

Ja es dauert wirklich Jahre, Jahrzehnte, ein ganzes Leben lang um diese Liebe kennen und leben zu lernen, um zu lernen wie man das Feuer am brennen hält, aber es ist wohl die einzige Art von Liebe von der man sagen kann:

„Sie erträgt alles, hofft alles, glaubt alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf“ (1 Kor 13, 7-8a)

[Zusatz: Wenn ich es mir so überlege, könnte vielleicht auch ne Serie draus werden, muss ich aber erst mal gucken. Ich will nicht zu viel versprechen]

Was erlaube Küng?!

Das habe ich mich gefragt, als ich folgende Übersetzung bei Alipius gelesen hab (danke dafür, kann kein Französisch…) und mich wohl genauso aufgeregt wie Trappatoni auf der legendären Pressekonferenz 1998.

Aber was solls denn, aufregen hilft ja auch nicht und ich würde gerne mal wissen was das soll. Ja, warum machen Sie das eigentlich Herr Küng? Sind sie schon genau so alt und verbittert wie ein Karl-Heinz Deschner? Sind sie schon genauso Realitäts-resistent wie ein Heiner Geißler?

Ich glaube Sie, und auch Ihre Spießgesellen, sind einfach nur sauer, oder? Aber das kann man ja auch verstehen. Es ist auch wirklich gemein, dass dieser reaktionäre, bösartige und mittelalterliche Papst die Dreistigkeit besitzt, Ihre Meinung nicht zu beachten und sogar gegen Ihre ausdrückliche Weisung zu handeln! Das ist wirklich nicht lieb von ihm.

Es ist auch völlig unverständlich, dass der Papst von Ihnen verlangt, seine Unfehlbarkeit anzuerkennen, aber im Gegenzug nicht im Geringsten bereit ist, die Ihre zu akzeptieren. Das ist wirklich undemokratisch.

Und diese undankbare Jugend in der Weltkirche! Da kämpfen Sie jahrelang für Frauenpriestertum und gegen den Zölibat und was machen diese undankbaren Gören? Die interessieren sich überhaupt nicht dafür! Die gehen lieber auf die Weltjugendtage, jubeln dem Papst zu, feiern die Kirche, entdecken Beichte und Eucharistische Anbetung wieder! Da muss es einen wackeren Kämfper gegen den mittelalterlichen Klerus wie Sie aber wirklich schütteln.

Überhaupt die Weltkirche! Alle reden über Benedikt XVI. Aber wer redet über Sie, Herr Küng? Die müssen ja alle Klerus-hörig sein! Da feiern die ein Jahr der Priester aber niemand feiert mal ein Jahr der „Kircheninternen Kirchenkritiker“ oder der „Bruch-Hermeneutiker“. Das wäre doch mal ein Zeichen für die Welt, gleichsam ein Zugehen auf diese. Da würde man auch die deutsche Gremienkirche in ihrer Lebenswirklichkeit abholen!

Herr Küng, ich kann Sie wirklich verstehen, da sehen sie ihr ganzes kirchenkritisches Großprojekt den Bach runter gehen und niemand weint dem nach. Das muss weh tun, da fühlt man sich sicher „wie Flasche leer“, oder?

Aber Herr Küng, warum hören Sie nicht auf mit diesem Kampf? Wäre es nicht viel besser der Jugend die Tiefe und Schönheit des christlichen Glaubens nahezubringen anstatt immer nur die ollen Kamellen aufzuwärmen, die keinen mehr vom Hocker hauen?

Herr Küng, WIR sind die Jugend der Kirche, die Zukunft! Wir wollen Weltkirche keinen Weltethos. Wir wollen die Heiligen des 3. Jahrtausends sein, wie Johannes Paul II. es uns nahegelegt hat, und keine Märchen aus dem Mittelalter hören, die sie uns immer so gerne erzählen. Wir wollen Glauben leben und nicht Kirche kritisieren!

Herr Küng, warum helfen Sie uns nicht dabei? Ja natürlich, ich kann es verstehen, es ist sicher nicht einfach die eigene Meinung zu revidieren und etwas Neues anzufangen. Sie sind schliesslich auch schon 81 Jahre alt und haben sich sicher auf Ihren Ruhestand gefreut. Schauen Sie, Benedikt XVI. ist schon 82 Jahre alt. Wäre doch gelacht, wenn der Papst etwas könnte, was Sie nicht mehr schaffen, Herr Küng, oder?

Herr Küng, isch ’abbe färtig!

Mit’ ner Pappnaas jeboore…

Wir haben Karneval. Da sollte man die Welt (und viele Leute) nicht allzu ernst nehmen. Aggressionen sind da auch gar nicht gut, Stanislaus. Tausch also lieber das Bild auf deiner Seite mit dem hier aus…

taenzler2

…dann kannst du auch gleich viel entspannter den Rosenmontagszug genießen. ;-)

Nebenbei: hat jemand von euch zufällig die Seite vom BDKJ gehackt? Google findet die zwar, wenn man nach BDKJ sucht, aber die Seite gibt es angeblich nicht. Nicht das es schade wäre um diese wahnsinnig aktuelle und interaktive Seite… Da ist ja www.katholisch.de noch spannender.

Volkszählung

In jenen Tagen erließ Spero den Befehl, alle Blogger der Blogozese in Listen einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal. Da ging jeder zu seinem Heimat-Server um sich eintragen zu lassen… ;-)

Spaß beiseite, gerade habe ich mal meine Blogroll etwas auf Vordermann gebracht und dabei darüber nachgedacht wieviele Mitglieder die deutschsprachige Blogozese wohl haben mag. Nach einer kurzen Internetrecherche bin ich auf gut 50 gekommen.

Hat irgendjemand aktuelle Zahlen oder mal genauer gezählt?

Ich finde 50 mehr oder weniger aktive Blogger aber schon ziemlich beeindruckend. Wird wohl langsam mal Zeit, dass wir uns einen Blogozesen-Bischof als Präses wählen. Der sollte natürlich auch Blogger sein. (Jetzt kommt mir bitte hier keiner mit Erzbischof Zollitsch und dem DBK-Blog, da schreib ich ja noch mehr! ;-) )

Theologie des Leibes

Eigentlich hatte ich nicht vor mich groß mit den Missbrauchsfällen bei den Jesuiten zu beschäftigen – jedenfalls nicht blogmäßig – denn zum einen wurde in der Blogozese schon viel gutes und wahres darüber geschrieben und zum anderen ist das nun wieder nur einmal die neueste, anti-katholische Sau, die da durchs deutsche Mediendorf getrieben wird.

Im Moment beschäftige ich mich jedoch mit der “Theologie des Leibes”, die Johannes Paul II., in der Zeit von September 1979 bis November 1984, in 129 kurzen Ansprachen vorgestellt hat. Jedes Mal wenn ich dann das sehr empfehlenswerte Buch “Theologie des Leibes für Anfänger” von Christopher West (FE-Medienverlag, ISBN: 3-928929-71-2) in die Hand nehme und ein bisschen darin lese, möchte ich am liebsten je ein Exemplar an das versammelte deutsche Feuilleton, die Spiegelredakteure, ZDK, WsK, BDKJ usw. schicken, natürlich mit Anforderung einer Lesebestätigung. Wer sich mit dieser Theologie beschäftigt hat und sich weiter über katholische Sexualmoral und Zölibat echauffiert, der will es entweder nicht verstehen oder ist in seiner eigenen engen und bedrückenden Sichtweise auf die Kirche und die Sexualität gefangen. Von daher dachte ich mir, es kann nicht schaden die Missbrauchfälle und den Umgang der deutschen Medien damit einmal im Kontext dieser Theologie zu sehen.

Zunächst kurz zur Theologie selber:

Die Theologie des Leibes spricht so sanft und gütig, so menschlich und göttlich über die Sexualität, dass die Wahrheit in ihr wahrscheinlich jeden Menschen mit offenem Herz ins Gesicht springt. Bei jeder Zeile möchte man ausrufen “So ist es!” oder “So soll es sein!”

Die angebliche “sexuelle Befreiung” wird als das entlarvt, was sie eigentlich ist: eine sehr unfreie, triebhafte und im tiefsten Sinne leibfeindliche Angelegenheit. Wenn der Leib nur als Maschine mit Bedürfnissen (Trieben) gesehen wird, so geht das an der eigentlichen Bedeutung, die Gott dem Leib zugemessen hat, völlig vorbei. Der Mensch wird unfrei, wird ein Höriger seiner Triebe. Wohlgemerkt, der Leib wird, in guter katholischer Tradition, nicht als etwas schlechtes oder unreines gesehen, sondern als etwas missbrauchtes und unterschätztes.

Christopher West zeigt auf, dass das Problem, dass Johannes Paul II. in unserer sex-gesättigten Kultur erkennt, also nicht ist, dass sie Körper und Sex überbewertet, sondern im Gegenteil, das Problem ist, dass diese Kultur nicht erkennen kann, wie wertvoll Körper und Sex tatsächlich sind, weil sie zu kurz greift und im Triebhaften steckenbleibt.

Im Weiteren wird die Theologie des Leibes in ihrer Bedeutung für Ehe und Zölibat betrachtet.  West schreibt dazu:

“Wie wir sehen, stehen Ehe und Zölibat enger in Verbindung, als sich die meisten Menschen bewusst sind. Beide Berufungen geben eine vollständige Antwort auf den Sinn der Sexualität. Und dieser bedeutet Selbsthingabe nach dem Abbild Gottes. Deshalb sollte es uns nicht verwundern, dass eine Gesellschaft, wenn sie die Sexualität gering schätzt, automatisch die eheliche wie die zölibatäre Berufung gering schätzt. Die sexuelle Revolution des 20. Jahrhunderts hat das wohl demonstrativ gezeigt.”

Was heisst das nun für die Missbrauchsfälle und die aktuelle Berichterstattung?

Wer als katholischer Christ Kinder bzw. Jugendliche sexuell missbraucht, macht damit in schlimmstmöglicher Weise deutlich, was er von der Bedeutung der Sexualität verstanden hat – nämlich  nichts. Damit kann er natürlich auch die Bedeutung von Ehe und Zölibat nicht nachvollziehen. Wer also die wahre Bedeutung der Sexualität nicht erkannt hat, den werden weder Ehe noch Zölibat von seinen Schandtaten abhalten.

Wer aber, wie in der aktuellen Medienberichterstattung geschehen, behauptet, dass ein zölibatäres Leben gewissenmaßen zu Kompensationshandlungen führen muss und einen Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und Zölibat zu konstruieren versucht, der macht es sich auch viel zu einfach. Wer Menschen sexuell missbraucht, macht dies nicht WEGEN dem Zölibat sondern GEGEN den Zölibat. Eine echte gelebte Berufung zur Ehe oder Zölibat und damit verbunden ein tieferes Verständnis der menschlichen Sexualität schützt vor sexuellen Entgleisungen. Es ist aber immer der freie Mensch, der die letzte Entscheidung trifft und den Weg seiner Berufung verlassen kann. Und Berufung heisst ja auch nicht gleich Heiligkeit, sondern zeigt nur den individuellen Weg zur Heiligkeit auf.

(Anmerkung: Ein anderer Fall ist, meiner Meinung nach, im Fall von krankhafter Pädophilie gegeben. Ich gehe nicht davon aus, dass die Missbrauchsfälle bei den Jesuiten dieser Kategorie zuzuordnen sind sondern eher in die Kategorie sexuelle Entgleisung gehören. Ich glaube nicht, dass krankhaft Pädophile, also jene die unter einem Zwang leben, eine wirkliche Berufung zu Ehe oder Zölibat haben können. Zu diesen Berufungen gehört eine sexuelle Reife, die mit solch einer krankhaften Neigung wohl nicht möglich ist.)

Was bleibt also zu tun anstatt sich nur über die bösen Medien aufzuregen (auch wenn das natürlich auch mal sein muss ;-) )?

Wir müssen die katholische Sexualmoral im Allgemeinen und die Theologie des Leibes im Speziellen viel besser kennenlernen, wenn wir glaubwürdig den Zeitgeistigen widersprechen wollen.  Und, reicht es unsere Auffassung von Sexualität zu verteidigen? Nein, wir müssen sie aktiv propagieren! Beschäftigt euch mit der Theologie des Leibes. Sprecht über eine solch positive Sicht der Sexualität, versteckt euch nicht hinter anderen! Lebt Sie! Und lebt sie, wie Kardinal Meisner es sagen würde, nicht mit Ach und Krach sondern mit Glanz und Gloria!

Und ihr Bischöfe, Priester, Diakone, Ordensleute und Eheleute: helft anderen auf ihrem Weg, sprecht über eure Berufung! Viele gute Ansätze gibt es schon dazu, aber ich habe das Gefühl, dass diese Theologie noch nicht im “Kirchenvolk” angekommen ist.

Jeder Christ und jeder Mensch guten Willens muss sich aber damit beschäftigen bevor er ernsthaft über die Kirche und Sexualität sprechen will. Das gilt besonders für jene, die eine sehr Zeitgeist-konforme Sexualmoral predigen und diese für das non plus ultra halten.

Den Vertretern dieser “modernen” Zeitgeist-Sexualmoral möchte ich aber auch noch sagen: eure egoistische Sexualmoral ist von gestern. Lernt von der Kirche und von Johannes Paul II.! Wir haben eine moderne Sexualmoral für das 21. Jahrhundert und nicht so eine altbackene, 68er-verkrampfte, pseudo-freie Ego-Trip Sexualmoral!

Guadalupe rocks!

Jaja, ich weiß, mein letzter Eintrag ist schon ne Weile her, aber Promotions- und Arbeitsstress ließen es nicht anders zu. Jetzt bin ich wieder in Mexiko und hab wieder etwas mehr Zeit.

Ich wohne ja ganz in der Nähe von Mexico City, weshalb ein Besuch bei Unserer Lieben Frau von Guadalupe natürlich zum katholischen Pflichtprogramm gehört. (Zumal es der größte Wallfahrtsort der Welt ist…)

Die Geschichte ist den meisten sicher bekannt, wer sie nicht kennt, kann bei Wikipedia nachlesen oder besser noch in Paul Baddes Buch oder bei kath-info.de.

Der Umhang von Juan Diego, auf dem sich das Abbild der “Morenita” befindet, hängt in der neuen Basilika, die alte versinkt gerade im weichen Untergrund von Mexico City.

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Die Neue Basilika sinkt zwar nicht ab, ist aber architektonisch “diskussionswürdig”

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So sieht’s innen aus (leider alles etwas pixelig…):

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Das Bildnis auf dem Mantel von Juan Diego (über dem Altar)!

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Und hier noch mal in größer:

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Man kann auch ganz relaxt auf einem Rollband am Bild vorbeifahren :-)

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Die “Beicht-Meile” von Guadalupe – 14 Beichstühle… und das ist erst die eine Seite!

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Wo Maria ist, da ist JP II natürlich nicht weit!

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Auf jeden Fall alles sehr beeindruckend. Ich werde demnächst noch mal hinfahren und hoffentlich ein paar weniger pixeligere Bilder zustandebringen.

Möchte evt. jemand einen original Guadalupe-Rosenkranz oder sonstiges haben? Könnte ich da besorgen…

Heuchler!

Man kann von dem Schweizer Minarettverbot halten was man will. Ich persönlich halte es für unnütz. Das Problem ist nicht ein erstarkender Islam sondern ein schwaches Christentum bzw. entwurzelte westliche Gesellschaften, die einem starken Islam nur ihren Relativismus entgegen zu setzen haben.

Nichtsdestotrotz ist mir aber eben die Hutkrempe hochgegangen als ich diesen Artikel bei Spiegel Online gelesen habe.

Einige Highlights:

Khurshid Ahmed von der erzkonservativen pakistanischen Jamaat-e-Islami Partei: “[Diese Entscheidung ist eine] sehr eindeutige und unerträgliche Diskriminierung von Muslimen(In Pakistan werden Christen massakriert und Kirchen angezündet, wie soll man das denn dann nennen?)

Der türkische Kulturminister Ertugrul Günay kritisierte das Schweizer Minarett-Verbot als Zeichen religiöser Intoleranz. (Man könnte meinen es sei Satire. Vielleicht sollte er mal mit Kardinal Meisner über die Paulus-Kirche in Tasus sprechen…) “Die Schweiz ist ein Land, das zwar in Europa liegt, das aber Europa nicht verinnerlicht hat.” (Achja, und das kann die Türkei natürlich wunderbar erkennen, ein Land in dem Christen unterdrückt werden und grundlegende Menschenrechte nicht umgesetzt sind…)

Die Vereinten Nationen wollen die Rechtmäßigkeit des Bauverbots prüfen. Experten untersuchten, ob das Verbot mit internationalem Recht vereinbar sei, sagte ein Sprecher des Uno-Hochkommissariats für Menschenrechte am Montag in Genf. Schon während der Abstimmungskampagne hatten Uno-Experten die Schweizer Behörden mehrfach vor einem “diskriminierenden Charakter” eines Minarett-Verbots gewarnt. (Heuchler! Was tut denn das Uno-Hochkommisariat für die verfolgten Christen in den islamischen Ländern? Setzt es sich dafür ein, dass Christen dort ungestört Kirchen bauen können?!)

Es ist wieder einmal unglaublich wie hier die Tatsachen verdreht werden und sich die Beteiligten nicht mal rot werden ob solcher Heuchelei!

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