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Kleine Unsicherheit

Jajaja, lange nicht gemeldet hier, ich weiss :-)

Hier aber was, das gepostet werden muss: Ich verfolge grad bei sportschau.de den Live-Ticker vom Spiel Argentinien vs. Mexiko.

Hier ein kleiner Ausschnitt:

30. Min. Die Mexikaner kommen in Zweikämpfen oft zu spät gegen die gegnerischen Spieler. Jetzt wälzt sich Martin Demichelis am Boden und hält sich sein Sprunggelenk.

31. Min. Halbe Stunde ist gespielt, Argentinien führt glücklich mit 1:0.

33. Min. Tor für Argentinien
durch Gonzalo Higuain

33. Min. Higuain mit einem tollen Solo, er wird von Messi toll angespielt, Osorio geht nicht entschlossen genug zum Gegner, Higuain legt den Ball mit der Sohle an Perez vorbei und schiebt den Ball mit links aus halblinker Position ins leere Tor.

34. Min. Jetzt hat der Argentinier wieder die alleinige Führung in der Torschützenliste übernommen.

35. Min. Romero im Tor der Argentinier zeigt einekleine Unsicherheit bei einem Fernschuss der Brasilianer.

Also ganz ehrlich, dem Mann kann man es doch wohl nicht verdenken ein bisschen unsicher zu sein, wenn im Spiel Argentinien:Mexiko plötzlich die Brasilianer einen Fenrschuss auf sein Tor platzieren, oder? ;-)

Hingabe

Herr,

Alles, was ich bin,

Alles, was ich tue,

Alles, was ich träume,

All meine Gebete,

Alles, was ich jemals haben werde

gebe ich DIR.

Gib du mir, dass ich diese Worte eines Tages genauso meine, wie ich sie sage.

Kindergeburtstag!

Jeder kennt wohl noch das beliebte Spiel von Kindergeburtstagen: Stille Post. Alle sitzen im Kreis, der erste flüstert seinem linken Nachbarn etwas ins Ohr, dieser flüstert das was er verstanden hat seinem linken Nachbarn ins Ohr, wobei natürlich gerne mal ein bisschen ungenau zugehört wird. So geht es dann im Kreis bis zum letzten, der laut gesagt, was er verstanden hat und was meistens nichts mehr mit dem Ausgangspruch zu tun hat.

Dieses Spiel ist anscheinend nicht nur auf Kindergeburtstagen beliebt, sondern auch in den Medien.

So titelt der Kölner Stadtanzeiger (KSTA) heute: “Vatikan nimmt Mixas Rücktritt an“. Man fragt sich natürlich, ob der Stadtanzeiger schon mehr weiss und liest aufmerksam den Artikel bis zu der Stelle wo es heisst:

“Nach Angaben der Zeitung “Die Welt” wird am Samstag in Rom um 12 Uhr die Annahme von Mixas Rücktrittsgesuch durch Papst Benedikts XVI. in Rom und Augsburg bekannt gegeben”.

Mal abgesehen von der seltsamen Fomulierung de Satzes (wird es nun in Rom oder in Rom und Augsburg bekanntgegeben? Oder nimmt der Papst den Rücktritt in Rom und in Augsburg gleichzeitig an, oder wie? Was will uns der KSTA sagen?), ist es natürlich schon ziemlich frech, eine solche unzweideutige Überschrift damit belegen zu wollen, dass “Die Welt” behaupten würde, dass… und so weiter und so fort.

Aber was schriebt die Welt nun wirklich dazu? Was sind die hieb- und stichfesten Beweise für diese Behauptung? Nun die Welt schreibt also:

“Wie WELT ONLINE aus römischen Kirchenkreisen erfuhr, wird am Samstag um 12 Uhr die Annahme dieses Gesuchs durch Benedikts XVI. in Rom und Augsburg bekannt gegeben.”

Oh yeah! Die ominösen ‘römischen Kirchenkreise’ haben wieder zugeschlagen und der Welt geheime Informationen zugetragen! Wen hat man da wohl gefragt? Christian Weisner auf Rom-Urlaub? Die Zeitungshändler am Petersplatz?

Wie auch immer, es ist auf jeden Fall schon mal ziemlich frech vom KSTA , dass aus so einer “Information”, die die Welt noch nicht einmal belegen kann, eine so eindeutig formulierte Schlagzeile wird.

Wieder einmal zeigt sich, welches Niveau die Medienberichterstattung erreicht hat: Kindergeburtstag.

Neu an Bord!

Und weiter gehts: Die Blogoezese hat im Moment keine Nachwuchssorgen. Seit kurzem ist auch Ruben von Rubens Rübenlese (Betalegium) dabei.

Als Agrarwissenschaftler freut es mich natürlich, dass er den Gattungsnamen der ehrwürdigen Rübe (Beta spp.) im Blog-Namen trägt und als Rheinländer ist jede Erinnerung an die heimische Zuckerrübe (Beta vulgaris) natürlich hochwillkommen ;-)
Viel Spaß beim Bloggen!

So ist der Tenor des Beitrags von Wolfgang Thierse auf Welt online.

Die meisten Äuβerungen kann man so nicht stehen lassen, da pauschal, polemisch oder sogar sachlich falsch. Ich werde Zur Kommentierung auf Alipius‘ bewährten Zitierstil zurückgreifen:

Das Bild von Mutter Kirche ist befleckt, sie ist in einer dramatischen Krise [Ja, das ist sie, die Kirche ist aber nicht nur in Deutschland, Herr Thierse] . Viele (katholische) Christen sind tief erschüttert und beschämt über das, was jetzt an Verfehlungen und Verbrechen in kirchlichen Einrichtungen sichtbar wird. Es waren Geweihte, die in den Opfern sexueller Gewalt Jesus wieder ans Kreuz geschlagen haben – das ist das eigentlich Erschütternde! Diese Erschütterung sollte die Kirche nicht zu schnell wieder beiseite schieben [Was sie mit Sicherheit nicht tun wird. Lesen Sie doch mal die päpstlichen Dokumente dazu, Herr Thierse. Nur weil der mediale Sturm irgendwann vorbei ist, heisst das nicht, dass die Kirche sich nicht mehr darum kümmert. Sie können sich über solche Themen auch gerne in den katholischen Blogs informieren. Wir stehen Ihnen zur Verfügung] . Sie hat jetzt Selbstkritik und Selbsterforschung dringend nötig [Das hat jeder nötig und das ist primär eine persönliche Aufgabe, der sich jeder stellen muss. Und ich meine jeder. Es ist sehr bequem zu sagen 'Die Kirche muss...' Wir alle sind Kirche, Herr Thierse, Sie, der Papst, die Missbraucher und auch ich]. Ich wünsche mir sehr, dass meine Kirche für die Gesellschaft ein Beispiel gibt, wie man ehrlich, konsequent, nachdenklich mit einer solchen moralischen Katastrophe umgeht [Hören Sie doch mal genau hin was der Papst so dazu sagt. Gucken Sie sich die päpstlichen Dokumente mal direkt an und nicht nur durch den Filter der Medien]. Ich danke Pater Klaus Mertes dafür, dass er uns den Weg dazu zeigt [Ich bezweifle, dass das der wirklich richtige Weg ist. Das ist doch hauptsächlaich auch: 'Seht her, ich bin der Gute und zeige der Kirche was sie alles falsch macht'. Das Ganze hilft, meiner Meinung nach, hauptsächlich dem Ego von Pater Mertes].

Und wir müssen uns den nicht weiter zu ertragenden Widersprüchen einer Klerikerkirche stellen: Einerseits führt die Papst-Kirche seit Jahrzehnten einen Abwehrkampf gegen die Priesterweihe von „viri probati“, gegen die Priesterweihe von Frauen, verficht eine kaum lebbare Sexualmoral [Menschlich ist diese natürlich nicht lebbar und 'weltfremd' im tiefsten Sinne des Wortes. Es soll aber Katholiken geben, die noch an das Wirken des Heiligen Geistes glauben und siehe da, auf einmal wird diese Sexualmoral lebbar, denn man lebt nicht mehr nach dem Gesetz, sondern aus dem Geist.], lehnt Empfängnisverhütung ab [okay, was hat das jetzt genau mit dem Missbrauch zu tun? Können sie das mal bitte kurz erklären? Bin da, glaub ich, geistig nicht flexibel genug für...] und ebenso Donum vitae und so weiter und so fort [Ja genau, und so weiter und so fort...  Hier wird der Missbrauch von Ihnen dafür missbraucht, die gleichen alten Phrasen zu dreschen, die jeder 'kritische Katholik' geschickt als Nebensatz an jedes kirchliche Thema  anzuhängen versteht. Warum lenken sie vom Thema ab Herr Thierse, worum geht es Ihnen wirklich?]. Andererseits und zugleich deckt dieselbe Kirche jahrzehntelang sexuelle Gewalt [Ja genau, 'DIE KIRCHE', weil diejenigen, die bspw. die Theologie des Leibes vertreten natürlich dieselben sind, die die Missbräuche vertuscht haben. Ist das das Niveau auf dem Sie diskutieren wollen Herr Thierse? Ich finde das traurig bis erbärmlich.], beschweigt und vertuscht Übergriffe von Priestern gegen Kinder, das Kostbarste, was wir haben! Zugleich umgibt sie den Zölibat und die vielfachen Verstöße gegen ihn mit einem unumstößlichen Tabu [Wieder mal: was hat das eine mit dem anderen zu tun? Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Zölibat nichts aber auch gar nichts mit dem Thema zu tun hat. Sind sie nicht auf dem Stand der Diskussion oder was soll das hier?  Die Verquickung jeglicher Vorgänge in der Kirche, sei es Missbrauch oder nicht, mit den Themen Zölibat und Sexualmoral zeigt deutlich eine ungesunde Fixierung vieler Menschen, besonders der vielgerühmten 'engagierten Laien' auf das Sexuelle. Sie verlieren das Groβe und Ganze aus den Augen und reduzieren die Berufung des Menschen auf die Beherrschung seiner Triebe auch wenn Sie von "sexueller Freiheit" reden.]

Das Selbstbild einer Klerikerkirche als „societas perfecta“, als „ecclesia triumphans“ ist wohl endgültig zerfallen [Wenn man keine Ahnung hat was "societas perfecta" bedeutet mag man zu diesem Schluss kommen. "Socieats perfectas' meint mitnichten eine Gesellschaft der Perfekten, wie Sie es verstehen (wollen?), sondern es bedeutet eine perfekte Gesellschaft im Sinne einer Gesellschaft, die das, was sie braucht beinhaltet und deshalb keine Hilfe von aussen braucht. Dies kann man analog bspw. für den Staat auch so sehen. Es wäre schön, wenn Leute, die über 'Die Kirche' reden und ihre Begriffe verwenden wenigstens ein wenig Grundwissen mitbringen würden.]. Begreifen wir also – mit strukturellen Konsequenzen [ohne die kommt keine ZDK-Verlautbarung aus, oder?] – die Kirche so, wie sie das II. Vatikanum beschrieben hat: als wanderndes Volk Gottes. Dann hat die Kirche Zukunft, denn die Frohe Botschaft Gottes und der Dienst der Nächstenliebe werden weiterhin gebraucht – um der Menschen willen!? [Sie sind doch im ZDK Herr Thierse, warum fangen Sie da nicht mal an und entwickeln Ideen und Strategien wie die Laien heute die radikale Nachfolge Jesu bewerkstelligen können? Wie sie es schaffen können in einer säkulären Welt im Glauben zu wachsen und das Evangelium zu leben? Warum hören Sie nicht endlich mal auf sich völlig und auschliesslich auf die realen oder imaginierten Fehler, der Kleriker-, Papst- oder Amtskirche zu fixieren? (Wieviele Kirchen gibt es eigentlich nach Ihrer Zählung?) Was meinen Sie, wieviele Menschen Sie mit ständigem Genörgel und Kritik  zum Glauben an Jesus Christus führen? Wenn Sie glauben, dass die Frohe Botschaft irgendeine Bedeutung für die Welt hat, dann nehmen Sie ihre Kollegen vom ZDK an die Hand und leben Sie mit ihnen die Botschaft und den Glauben an Jesus! Vorbilder braucht die Welt und die Kirche, Herr Thierse, keine Nachtreter.]

In der ganzen medialen Unruhe braucht man wohl ab und zu mal ein bisschen Erdung. Immer wieder gut dazu geeignet ist G.K. Chesterton. Ich möchte daher hier ein paar kurze Abschnitte aus seinem Buch “Der unsterbliche Mensch” zitieren. Das Buch ist wirklich grandios und im Nova & Vetera Verlag erschienen.

Hier also einige An- und Einsichten Chestertons:

Die Kritik hat einen seltsamen Ton angenommen, ein unwissendes Herumhecheln aufs Geratewohl. [...] Sie beklagt sich, dass Pfarrer sich gleich Pfarrern kleiden, als wären wir freier, wenn die Polizei, die uns behütet oder beim Kragen packt, bürgerliche Kleidung trüge. Oder sie beschwert sich, dass eine Predigt nicht unterbrochen werden dürfe und schimpft die Kanzel eine Feiglings Schoß; das Büro eines Redakteurs jedoch bezeichnet sie nicht als eines Feiglings Schoß. Das ist oder wäre ungerecht sowohl gegen Journalisten wie Priester; aber auf Journalisten würde es weit eher zutreffen. Der Geistliche erscheint in Person und könnte leicht, wenn er die Kirche verlässt, einen Fußtritt ernten; der Journalist dagegen verschweigt sogar seinen Namen, so dass niemand ihm einen Schlag versetzen kann.

Diese Leute veröffentlichen in der Presse wüste, witzlose Aufsätze und Briefe, weshalb die Kirchen leer ständen, ohne hinzugehen und sich zu überzeugen, ob sie leer sind, oder welche leer sind; ihre Vorschläge und Einfälle sind abgestandener und geistloser als der fadeste Priester in einer dreiaktigen Posse, so dass man diese Leute am liebsten nach der Art des Pastors in der Bab Ballade trösten möchte: “Dein Geist ist nicht so leer wie jener Hopley Porters.” So könnten auch wir dem schwachköpfigsten Geisltichen  sagen: “Dein Geist ist nicht so leer wie der des empörten Laiens oder des sogenannten schlichten Mannes oder des Mannes von der Straße oder irgendeines unserer Kritiker in den Zeitungen, denn diese Menschen haben nicht den Schatten einer Idee, was sie eigentlich erstreben, geschweige denn, was du ihnen geben solltest.”

[...] es ist ärgste Heuchelei, zu behaupten, dass auch nur ein Zehntel der maßgebenden Kritiker [...] ein Atom Unparteilichkeit besitzen. Weshalb sollten sie unparteiisch sein? Was heisst unparteiisch sein, wo sich doch die ganze Welt im Streit darüber befindet, ob ein Ding krasser Aberglaube oder göttliche Hoffnung sei? [...] Ich behaupte in dem Sinne unparteiisch zu sein, dass ich mich schämen würde, ähnlichen Unsinn über den Lama von Tibet zu schwatzen wie jene über den Papst in Rom.

Aber das kennzeichnet die allgemeine Stimmung in Bezug auf die ganze religiöse Überlieferung, die Menschen befinden sich in einem Zustand der Reaktion. Es steht gut um dem Knaben, so lange er auf seines Vaters Land wohnt, und es steht wieder gut mit ihm, sobald er fern genug ist, um zurückzuschauen und es als ein Ganzes zu erkennen. Aber diese Leute befinden sich in einem Zwischenzustand, sie haben sich in einem dazwischenliegenden Tal verirrt, aus dessen Tiefe sie weder die Höhen jenseits noch die Höhen hinter sich zu sehen vermögen. Sie können nicht heraus aus dem Halbschatten des Glaubensstreites. Sie können nicht Christen sein, und sie können nicht davon lassen, Antichristen zu sein. Ihre ganze Atmospäre ist die Atmospäre einer Reaktion: Schmollen Halsstarrigkeit, kleinliche Kritik. Noch immer leben sie im Schatten des Glaubens, haben aber das Licht des Glaubens verloren.

Die beste Beziehung zu unserem seelischen Heim ist, ihm nahe genug zu sein, um es zu lieben. Und die nächstbeste ist, fern genug zu sein, um es nicht zu hassen. Es ist die Behauptung dieses Buches, dass, wenn auch der beste Beurteiler des Christentums ein Christ ist, der nächstbeste Richter wahrscheinlich ein Konfuzianer sein würde. Der schlechteste Richter von allen ist der Mann, der heute am vorschnellsten mit seinem Urteil da ist, der schlechtgebildete Christ, der sich allmählich in einen verdrießlichen Agnostiker verwandelt, der verstrickt in das Ende einer Fehde ist, deren Anfang er nie verstand, angefressen von einer Art ererbter Langeweile, deren Grund er nicht kennt, und doch bereits müde zu hören, was er nie gehört hat.

Ihre antikirchliche Einstellung ist zu einer Atmosphäre geworden, einer Atmosphäre der Negation und Feindlichkeit, der sie sich nicht zu entziehen vermögen. Verglichen damit wäre es besser, sich das Ganze als ein Etwas vorzustellen, das einem anderen Kontinent oder einem anderen Planeten angehört. Es wäre philosophischer, asiatische Bonzen gleichgültig anzustarren, als ständig und geistlos über Bischöfe zu schimpfen. Es wäre besser an einer Kirche vorüberzugehen, als wäre sie eine Pagode, als ständig im Portal zu harren, unfähig einzutreten und zu helfen, und unfähig fortzugehen und zu vergessen.

Jenen, bei denen bloße Reaktion auf diese Weise zu einer Besessenheit geworden ist, empfehle ich ernsthaft, ihre Phantasie anzustrengen und sich die zwölf Apostel als Chinesen vorzustellen. Mit anderen Worten, ich empfehle jenen Kritikern, dieselbe Gerechtigkeit den christlichen Heiligen angedeihen zu lassen wie den heidnischen Weisen.

Dieser Mann war wohl ein Prophet :-) Gleichzeitig macht das Ganze doch auch irgendwie Mut, wenn man bedenkt, was Chesterton schon vor knapp 100 Jahren dachte. Die Zeiten ändern sich, die Menschen nicht.

Wie gesagt, ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Es ist nicht als Bettlektüre geeignet, dafür muss man beim Lesen viel zu viel nachdenken und bekommt viel zu viele Denkanstöße. Erhältlich ist das Buch hier.

Ne is klar,

Bruder Paulus

Bischof Mixa ist natürlich schuldig (wissen Sie mehr als wir?) und hat damit auch die Opfer beleidigt in dem er die Vorwürfe abstritt. Ausserdem verhalten sich die Medien absolut objektiv und wir können ihnen dankbar sein, dass die das Thema immer wieder hoch kochen. Es gibt natürlich auch nicht den Ansatz einer Medien-Kampagne und wir können den Medien für ihren offenen und fairen Journalismus danken!

Was soll man dazu sagen?

Vielleicht das hier:

Causa Mixa

Nun ist es also soweit: Bischof Mixa bietet dem Papst angeblich seinen Rücktritt an.

Auf der einen Seite die jubelnde Meute, die sich schon freut endlich einen Konservativen abgesägt zu haben. Auf der anderen Seite diejenigen Katholiken, die den Teufel am Werk sehen und heulend und zähneknirschend die böse gottlose Welt verfluchen. Und irgendwo dazwischen: ich.

Ja ich finde es absolut schäbig, rückgratlos und billig wenn ich sehe wie manche Zeitungen, allen voran die Süddeutsche, über den Fall berichten, wie Nachrichten bewusst verzerrt dargestellt werden, entlastende Details nicht genannt werden, Vorverurteilungen ausgesprochen werden und jede Kleinigkeit auf die Goldwaage gelegt wird. Ja, darüber rege ich mich sehr wohl auf und diese ganze Kampagne hat mir nur gezeigt wie es um die “unabhängige” Presse in Deutschland bestellt ist!

Auf der anderen Seite steht ein Verhalten und Öffentlichkeitsgebahren von Bischof Mixa, das an Naivität kaum zu überbieten ist. Ja, ich glaube ihm, dass ausser ein Paar Watschn nix passiert ist und auch was die finanziellen Ungereimtheiten angeht bin ich mir sicher, dass da sehr viel hochgejodelt wurde und bei Lichte betrachtet alles halb so wild war. Kurzum, rein faktisch gibt es kaum einen vernünftigen Grund für den Rücktritt. Bischof Mixa ist für mich weiterhin eine Respektsperson und moralische Autorität. Ich denke, dass können auch viele andere Katholiken so unterschreiben. Das Problem ist aber, dass Bischof Mixa nicht einfach zu uns Katholiken gesprochen hat, sondern zu einer zur Zeit im besten Falle kritisch und im schlimmsten Falle feindselig gestimmten Öffentlichkeit. Und das nicht in einer Zeit wo alle die Kirche toll finden oder ihr neutral gegenüberstehen, sondern in einer Zeit, in der die Kirche eh schon am Pranger steht und um Glaubwürdigkeit kämpfen muss. Sein Verhalten war absolut unprofessionell! Wie kann man denn  sowas machen?! Ich bin echt richtig sauer darüber! Warum ist er nicht sofort voll in die Offensive gegangen? Direkt die Watschn zugeben, sich vom Rest klar distanzieren und die angeblichen Fälle sofort untersuchen lassen. Kein Gezauder, kein Zögern, sondern mit Mut in die Bresche springen! Ich bin echt enttäuscht wie leicht ein so guter Bischof ein Opfer der Medienmeute werden konnte.

Auf der Ebene des Vatikans läuft es in Sachen Öffentlichkeitsarbeit jedoch kaum besser. Jeder in der Kurie meint er müsse mal eben sein Statement an den Mann bringen und vergisst dabei leichtfertig, dass für die Öffentlichkeit nicht der Herr Kardinal Soundso seine Privatmeinung kundgetan hat, sondern für die Öffentlichkeit hat “der Vatikan” oder “die Kirche” gesprochen.

Wie kann denn sowas passieren? Ist es vielleicht die falsche Sicherheit, in der man sich jahrelang gewogen hat? Die scheinbare Sicherheit, dass es Presse und Gesellschaft letztendlich doch gut meinen mit der Kirche und auch mal beide Augen zudrücken? Ich glaube mit dieser Sicherheit ist nun ein für alle mal vorbei. Aber leider ist wohl Bischof Mixa das erste prominente Opfer in Deutschland geworden. Selbst wenn er nicht zurücktritt kann er in Zukunft nicht mehr als moralische Autorität in der Öffentlichkeit auftreten. Er wird da einfach nicht mehr ernst genommen werden.

Diese naive Unbedarftheit auf allen Ebenen regt mich einfach auf. Ihr Bischöfe und Kardinäle, ihr vertetet die Kirche und nicht euch selbst! Ihr vertretet auch uns, die Gläubigen und ihr vertetet auch Gott! Wieviele Leute wenden sich aufgrund von solchem Mist von der Kirche und letztendlich auch von Gott ab? Das habt auch ihr zu verantworten!! Warum könnt ihr euch nicht zusammenreissen? Warum nehmt ihr euch keine professionelle Beratung, die die Wirkung eurer Worte abschätzen kann und diese geschickt zu platzieren weiß?

Ich hoffe den Würdenträgern der Kirche, besonders in Deutschland, wird jetzt mal klar, dass man auf diesem Bereich in keinem Fall schlafen darf. Ich hoffe hier besonders auf die jungen Bischöfe à la Overbeck, Ackermann und Tebartz-van Elst. Wir können keine grauen Halb-Beamten als Pressesprecher der Bistümer gebrauchen, wir brauchen aufgeweckte, gläubige, selbstsichere, gewitzte und ja, auch angriffsbereite Sprecher. Wir brauchen Justiziare, die im Null Komma Nix die Folgen abschätzen und das richtige Vorgehen vorschlagen können. Wir brauchen lebendige Internetseiten, informative Hotlines, effektives Informationsmanagement, in einem Satz: professionelle Öffentlichkeitsarbeit!

Ich liebe die Kirche und deshalb bin ich es wirklich leid, dass sie so einfach in den Dreck gezogen werden kann und dass wir die besten Leute verlieren und das nur wegen unprofessioneller Öffentlichkeitsarbeit!!

Lieber Heiliger Vater,

zu Ihrem 83. Geburtstag wünsche ich Ihnen alles Gute! Ich möchte Ihnen auch danken, dass Sie in dieser schwierigen Zeit nicht vor Ihrem Amt zurückscheuen, sondern weiterhin der beste Seelsorger bleiben, den man sich vorstellen kann. Ihre Worte helfen uns auch in diesen Tagen die Liebe zur Kirche nicht zu verlieren. Petrus sagte zu Jesus: “Du hast Worte ewigen Lebens”, und ich glaube es ist keine Übertreibung zu sagen, dass Jesus Ihnen wohl viele dieser Worte gegeben hat.

Danke Heiliger Vater, dass sie sich dem Zeitgeist nicht beugen und die Wahrheit verkünden, auch wenn es weh tut!

Danke Heiliger Vater, dass Sie so deutlich die Stimme erheben, auch wenn die ganze Welt behauptet sie würden schweigen!

Danke Heiliger Vater, dass Sie uns immer wieder neu den Weg zu Jesus zeigen!

Danke Heiliger Vater, dass Sie uns immer wieder den Mut geben, der Liebe zu glauben!

Danke Heiliger Vater, dass Sie sich dem Ruf Gottes nicht verweigert haben, so dass Gott Sie uns schenken konnte!

Danke Heiliger Vater, dass sie trotz all dem Schlechten in der Welt und in der Kirche nicht verbittert und zynisch geworden sind, sondern sich ein groβes Herz bewahrt haben!

Ich bete, dass sie uns noch lange in dieser Welt erhalten bleiben.
Alles Gute, Heiliger Vater!

Es geht also auch anders

Eine interessante Sichtweise von Georg Paul Hefty in der FAZ vom 06. April.

Ja in gewisser Weise hat er recht, die unschuldigen Mitglieder der Kirche sind auch Opfer der Missbrauchstäter und Vertuscher, denn sie werden jetzt in denselben Topf geworfen…

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